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Gunners schießen scharf
Am Samstagmittag startete der Spieltag mit einem 3:1 Burnleys gegen Sunderland. Arsenal schlug Wigan klar, Villa erfüllte gegen Portsmouth seine Pflicht. Liverpool ist im Abendspiel in West Ham gefragt. Die Kracher sind aber für Sonntag reserviert, die Top 4 der Tabelle messen sich in zwei direkten Spitzenduellen: Manchester United trifft im mit Spannung erwarteten Derby auf City, Tabellenführer Chelsea danach auf Tottenham.
Ein Torverhältnis von 2:9 nach fünf Spielen hört sich nicht unbedingt nach einem guten Start an. Doch diese beiden mageren Törchen hatten jeweils für einen 1:0-Heimsieg von Aufsteiger Burnley gereicht. Und der Neuling blieb auch beim dritten Heimspiel siegreich, diesmal sogar ungewohnt torhungrig: 3:1 hieß das Endergebnis am Samstagmittag gegen Sunderland, das nach Alexanders Elfmetertor (13.) durch Darren Bent zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf (39.). Im zweiten Durchgang avancierte Nugent mit einem Doppelpack (67., 86.) zum Mann des Spiels.
Auch Mitaufsteiger Birmingham gewann: Der eingewechselte O’Connor köpfte die “Blues” zum 1:0-Auswärtssieg in Hull (75.).
Gunners in Torlaune
Der FC Arsenal war am Samstagnachmittag gegen Wigan fast zum Siegen verdammt, wollte die Wenger-Elf nicht wieder einmal frühzeitig einem dicken Punkterückstand hinterherlaufen. Die Sorge war unbegründet, Fabregas & Co. spielten konzentriert auf und erzielten in schöner Regelmäßigkeit ihre Tore: Abwehrspieler Vermaelen machte es den Stürmern zunächst vor (25., 49.), ehe Eduardo auch einnetzte (59.). Fabregas rundete das Ergebnis in der Schlussminute ab.
Reds finden langsam in die Spur
Nur in einer Kategorie hat der FC Liverpool schon wieder die Vorjahresmarke erreicht: Zwei Niederlagen, wie in der gesamten Vorsaison, stehen bei den Reds bereits zu Buche. Doch ansonsten scheint der Vize-Meister langsam in die Spur zu finden, trotz der oft mühsam erkämpften Tore gab’s eine kleine Siegesserie. Und Lucas, zu Saisonbeginn noch Sündenbock vieler Fans, scheint sich immer besser in der Sechser-Rolle als Xabi-Alonso-Nachfolger und Aquilani-Vertreter – der Neuzugang ist noch verletzt – zurechtzufinden. Zum Spätspiel am Samstag wartet West Ham, das mit der Verpflichtung des mexikanischen Nationalspielers Franco noch einmal auf dem Transfermarkt tätig wurde.
United vs. City: Stadtduell auf Augenhöhe
So brisant es auch für die Stadt sein mochte, wirklich einordnen ließ sich das Manchester-Derby nie in die Reihe der großen Lokalduelle in Europa. Zu unterschiedlich waren Qualität und Ziele bei United und City. Doch mehrere hundert Millionen Euro machen es möglich, dass die “kleinen” Citizens – zumindest jetzt zu Saisonbeginn – den “großen” Red Devils auf Augenhöhe begegnen. Und nach einigen Ereignissen im Sommer ist erst recht Feuer drin im ersten Topspiel des Wochenendes am Sonntagnachmittag!
Nach der Tevez-Saga, Provokationen von beiden Seiten und 100 Millionen Euro, die City mehr als der Lokalrivale investierte, sind beide Seiten heiß auf den Anpfiff. United will den aufmüpfigen Nachbarn in die Schranken weisen, die Hughes-Truppe die Schmach des Tabellenabstands in der Vorsaison (40 Punkte) ausmerzen. Doch trotz des brillanten Auftakts (vier Spiele, vier Siege) schlug das Pendel in der Vorwoche noch einmal gen United aus: City reist mit nur einem Akteur (Bellamy) aus dem Mega-Sturm an, nachdem Robinho, Santa Cruz und Tevez verletzt fehlen und Adebayor für drei Spiele gesperrt wurde. Auf der anderen Seite schonte Trainer Sir Alex Ferguson mehrere Stammkräfte in der Champions League.
Auch Rooney wurde beim 1:0 bei Besiktas Istanbul nach 63 Minuten ausgewechselt und zeigte offen, was er davon hielt. Trübt er die gute Atmosphäre beim Meister? Wohl nicht wirklich, vor allem deshalb, weil ihm Adebayor als Gesprächsthema Nummer eins zuvorkam. City-Coach Mark Hughes musste sich in der zurückliegenden Woche häufiger zu dessen provokantem Jubel und Tritt gegen van Persie äußern als zu den furiosen Leistungen seiner Elf. Dass jetzt auch noch Fabregas Adebayor für ein weiteres rotwürdiges Foul anklagte und der Sünder selbst die Arsenal-Seite für sein Verhalten verantwortlich machte – er sei immer nur ausgepfiffen worden, Arsenal-Spieler hätten ihm vor dem Spiel nicht die Hand gegeben etc. -, sorgt nicht wirklich für Ruhe – eher für noch mehr Derby-Brisanz in Manchester.
Chelsea vs. Tottenham: Serie macht Spurs Mut
Sobald dann die Spiele Wolverhampton (mit dem Ex-Münchner und -Fürther Maierhofer) gegen Fulham sowie Everton (ohne den langzeitverletzten Neville, dafür wohl wieder mit Yakubu) gegen Blackburn ab- bzw. angepfiffen sind, ist die Zeit für das zweite Sonntags-Topspiel gekommen: Tabellenführer Chelsea empfängt den Vierten Tottenham, Spitzenduell und Derby in einem.
Nur drei Punkte liegen zwischen beiden Teams und dennoch sind die Blues klarer Favorit. Während für die Spurs nämlich höchstens spricht, dass sie die vergangenen vier Duelle mit Chelsea nicht verloren, haben die Gastgeber ganz andere Zahlen vorzuweisen: Der elfte Liga-Sieg in Folge wäre Klub-Rekord, und gegen kein Team hat Chelsea in Sachen Siege, Punkte und Tore eine bessere Bilanz als gegen Tottenham. Die neun Start-Siege aus der Meistersaison 2005/06 können angepeilt werden – trotzdem warnt Michael Ballack: “Es kommen schwierige Wochen auf uns zu.” Tatsächlich sind die Spurs für ihn und seine Kollegen der erste Härtetest, nachdem der Spielplan bisher mehr als gnädig war.